DER KRAIGERBERG UND SEINE UMGEBUNG

Der Kraigerberg, mit seinem höchsten Punkt dem Salbrechstkopf (1246m), liegt am nördlichen Rand des Klagenfurter Beckens, in den Wimitzerbergen und ist damit Teil der Gurktaler Alpen in der Region Mittelkärnten.

Das Siedlungsgebiet besteht aus 4 Ortschaften: Eggen, Laggen, Stromberg und Zwein

Im Norden fliesst die Wimitz (von Slowenisch V(u)novica – äusserer Fluß) durch den nach ihr benannten Wimitzgraben, in welchem sich seit 2011 die Brauerei „Wimitzbräu“ befindet. Der österreichische Autor und Serienmörder Jack Unterweger  verbrachte Teile seiner Kindheit bei seinem Grossvater in einer kleinen Keusche in der Wimitz. 

Im Osten befindet sich die Ortschaft Kraig (aus Slowenisch Kriviče – Siedlung des Kriv(a), des Krummen, oder krumme Gegend). Urkundlich wurde der Name Kraig erstmalig 1091 erwähnt, als Dietricus de Kriwig in einer Urkunde des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal als Zeuge auftritt. Die Herren von Kraig (bzw. Kraiger von Kraigk ) waren ein altes Kärtner Ministerialengeschlecht. Sie dienten ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts als Truchsesse (Aufseher über die Tafel bzw. Hofhaltung vgl. franz. Seneschall, eng. Steward) des Herzog von Kärnten (Herzog Bernhard von Spanheim) und hatten ihren Stammsitz auf den Kraigerschlössern am Süd-Östlichen Hang des Kraigerberges. Die Kärntner Linie der Kraiger von Kraigk starben im Mannesstamm im Jahre 1564 mit Konrad V „dem Schwachsinnigen“ aus. Dieser hauste in der Obhut von Pflegern völlig handlungsunfähig auf Niederkraig. Ein weiterer Böhmisch-mährischer Familienzweig erlosch Anfang des 17. Jahrhunderts. Am Burgfried von Hochkraig, den älteren Teils der beiden Burgen, wurde im Jahr 1934 ein 8x8m grosses Hakenkreuzeingearbeitet, das, nachdem es auf Grund von Schlägerungsarbeiten 2011 wieder besser sichtbar, 2019 unkenntlich gemacht wurde. Die Kraiger Kirche war ursprünglich eine Eigenkirche der Herren von Kraig. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde von Konrad II oder seinem Vater Hartneid I ein Kollegialkapitel mit 4 Chorherren und einem Probst gegründet.

Im Süden befindet sich die Ruine Freiberg, welche im 12. Jahrhundert herzogliche Hauptburg Kärntens war. Als es in Kärnten unter Graf Ulrich II von Heunburg 1291/1292 zu einem Aufstand gegen den Herzog Meinhard von Görz kam, beteiligte sich auch Konrad von Freiberg an einer Verschwörung, um den Herzogssohn Ludwig zu entführen. Dieser wurde zwar aus der Stadt St.Veit entführt, kam aber in die Hände der Getreuen des Salzburger Bischofs, welcher ihn auf die Festung Hohenwerfen brachte. Um den Aufstand zu beenden und die Verschwörer zu bestrafen schickte Herzog Meinhard einen anderen seiner Söhne, Otto, welcher unter einem Vorwand die Verschwörer nach Freiberg einlud und einige gefangen nehmen konnte. Diese wurden, unter ihnen auch Konrad von Freiberg, mit Pferden in die Stadt St. Veit geschleift und am Marktplatz/Hauptplatz gevierteilt.

Auch das Schloss Frauenstein, eine spätmittelalterliche ehemalige Wasserburg welche im 16. Jahrhundert umgebaut wurde, befindet sich im Süden des Kraigerbergs. Dieses Schloss dient auf Grund seiner Bekanntheit seit der Gemeindezusammmenlegung im Jahr 1973 auch als Namensgeberin der heutigen Gemeinde Frauenstein.

Weiter südöstlich liegt die Ortschaft Obermühlbach und die alte Herzogstadt und heutige Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan. Der Sage nach wurde die Stadt 901 gegründet, nachdem einem Karantanen Herzog vor einer Schlacht gegen die Ungarn, welche bei Hungerbrunn (Hunnenbrunn) stattgefunden haben soll, der heilige Veit erschienen ist. Nach siegreicher Schlacht lies er ein Erlendickicht roden und gründete die Kirche St. Veit am Ella (In den Erlen). Unter dem Spanheimer Herzog Bernhard (Hzg. 1202-1256) erlebte St. Veit eine Blütezeit, rund um die Stadt entstand ein Burgenkranz. Im Jahre 1214 weilte Walter von der Vogelweide in der Stadt, 1227 kämpfte Ulrich von Lichtenstein ein Turnier in St. Veit (im Zuge seiner Venusfahrt), 3 Jahre zuvor (1224) fand das berühmte Turnier in Friesach statt. 1362 wurde der Stadt vom Habsburger Herzog Rudolf IV genannt „der Stifter“, das Recht auf einen jährlichen Markt verliehen, welcher als Wiesenmarkt noch immer jährlich stattfindet (mit Unterbrechungen durch Krieg, Pest und Corona). 1399 erhielt die Stadt das Niederlagsrecht für das Hüttenberger Eisen aus dem Görtschitztal, d.h. das Hüttenberger Eisen musste in St. Veit zwischengelagert werden. Dadurch blühte der Handel und damit die Stadt auf. Erst Kaiser Joseph II hob 1781 diese Handelsprivilegien wieder auf.

Das Hüttenberger Eisen wurde als ferrum noricum schon von den Römern geschätzt.Der antike römische Dichter Ovid schrieb in seinen Metamorphosen die Worte „härter wie Eisen und Stahl, das in norischer Esse geschmelzt wird“. Die Hauptstadt des keltischen Königreichs Regnum Noricum, welches als erstes politisches Gebilde auf dem Gebiet des heutigen Österreichs gilt, lag am Magdalensberg (südöstlich von St. Veit). In später Folge wurde Noricum eine römische Provinz mit der Hauptstadt Virunum, am heutigen Zollfeld zwischen Klagenfurt und St. Veit.

Ende des 15. Jahrhunderts kam es zu Einfällen der Türken und der Ungarn. 1487 wurde die Burg Nußberg, nordwestlich von St.Veit, von nur 14 ungarischen Söldnern im Handstreich erobert, weil die Knechte des Schlossbesitzeres Verber zu Frauenstein ihre Kurzweil am nahegelegenen Kirchtag der Kirche zu St. Oswald suchten. Nach einmonatiger Belagerung durch kaiserliche Söldner konnte sie zurückerobert werden.

Im frühen 16. Jahrhundert wurde den Kärntner Landständen die Stadt Klagenfurt übergeben, welche nach und nach die Funktionen einer Landeshauptstadt von St.Veit übernahm. In St. Veit verblieben Händler und die Gewerken.

Rund um St. Veit findet am zweiten Freitag nach Ostern (Dreinagelfreitag) der sogenannte Vierbergelauf über den Magdalensberg, Ulrichsberg,Veitsberg und den Lorenziberg statt. Die über 50 km lange Wallfahrt (1500 das erste Mal beschrieben) findet wahrscheinlich seit dem Altertum statt und wird jährlich von tausenden Menschen absolviert.

In südwestlicher Richtung des Kraigerberges zieht sich der Schneebauer Rücken über Dreifaltigkeit, mit seiner hözernen Blockbaukirche und Zwiebelturm, dem Ort Steinbichl und dem Schneebauerberg hinüber auf Zojach und den Bezirk Feldkirchen. Im Gasthaus zur Wegscheide in Zojach wurde 1809 der berüchtigte Kärntner Räuber Simon Kramer gennant Krapfenbäck Simmale erschossen. Dieser hatte mit seinen Komplizen im gesamten Mittelkärtner Raum sein Unwesen getrieben und wurde von der Sage zum „Robin Hood von Kärnten“ verklärt. Auf Grund ihrer Verstecke im zwischen St. Veit und Althofen gelegenen Wolschartwald wurden sie „Die Wolschart Räuber“ genannt.

Die Geschichte und Geschichten dieser Region sollen der Hauptaugenmerk dieser Seite sein.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑