Die Kirche St. Margareta in Zwein

Bis zu den Reformen Joseph II in den 1780er Jahren hatte Zwein eine eigene Kirche. Die katholische Filialkirche der Probstei Kraig wird am 25. Januar 1315 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Mit diesem Dokument, welches sich im Kärntner Landesarchiv befindet, schenkte Kunigund, Witwe des Konrad von Freiberg, einen Hof gelegen bei der „margareten chirchen auf dem zoboy“ dem Kloster Viktring zur Stiftung eines Jahrtages.


1602 wird sie in einem Visitationsbericht als Filiale von Kraig erwähnt.

In den Kirchenbüchern von Kraig findet sich am 12. August 1674 eine Hochzeit einer Tochter des Christoph Zweiner „ad S: Margareta am Zwein“. Christoph Zweiner war Bauer am heutigen Anrescher Hof in Zwein.


Ein Johann Starzacher wird 1696 „rustici at aditui“ – Bauer und Messner – in Zwein genannt. Starzacher hatte, nach dem Tod von Christoph Zweiner Sohn Leonhard, 1668 dessen Witwe Christina geheiratet.


Am 1. April 1753, dem vierten Sonntag in der Fastenzeit, hält der Missionar Thomas Oberstainer „Christenlehr“ in der Filialkirche St. Margaretha in Zwein.


Wo sich die Kirche tatsächlich befunden hat ist unklar.

Nach den Einträgen in den Kirchenbüchern müsste sie sich in der Nähe des heutigen Anrescher Hofes befunden haben. Aus mündlicher Überlieferung ist nur bekannt das man von ihr aus den Kirchturm von Kraig sehen konnte.

In den 1990er Jahren wurden bei einem Umbau am Anrescher Hof, zwischen dem Stall vulgo Hoisl und Anrescher Steinplatteln gefunden, die wohl zum Dach der Kirche gehörten.

Am Hof vulgo Hoisl wird ein altes Säulenkapitel zur Beschwerung des Sauerkraut Fasses verwendet. Vermutlich wurde die Kirche abgetragen und das Material für den Bau des alten Hauses vulgo Hoisl verwendet.


Wenn man sich die Karte des Franziszeischen Katasters in diesem Bereich ansieht, findet man eine ungewöhnliche Fläche hinter dem Stall vulgo Hoisl (Parz. 159), gegenüber des Stalles vulgo Anrescher (Parz. 162) und an der ehemaligen Strasse nach Eggen gelegen. Hier könnte sich die Kirche befunden haben (Parz. 1372). Ebenso ist hier (um 1843) das Haus vulgo Hoisl noch als Holzhaus eingetragen.

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